Dialog mit Kirchen, religiösen Vereinigungen oder Gemeinschaften, philosophischen und nichtkonfessionellen Organisationen

Gestern erreichte uns eine Mail:

Sehr geehrter Herr Dr. Gradert,

im Namen des Ersten Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments, Herrn Othmar Karas, freuen wir uns, Sie zu dem bevorstehenden Gespräch am Runden Tisch einzuladen, das vom Forschungsdienst des Europäischen Parlaments (EPRS) in Zusammenarbeit mit dem Sekretariat für den Dialog nach Artikel 17 des Vertrags über die Arbeitsweise der EU (AEUV) organisiert wird:

Überbrückung der Kluft
Künstliche Intelligenz und menschliche Grundwerte

Mittwoch, 15. November 2023
13:00-14:30 Uhr
EP-Bibliothek SPINELLI 05D
Place de l’Europe
Kirchberg
Luxembourg

Wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen möchten und nicht im Besitz eines Ausweises sind, der Ihnen Zugang zu den Räumlichkeiten des Parlaments gewährt, melden Sie sich bitte bis zum 8. November 2023 um 12.00 Uhr online über diesen Link an. Bitte beachten Sie, dass wir Ihnen bei nicht fristgerechter Anmeldung den Zutritt zum Parlament am Tag der Veranstaltung nicht garantieren können.

Mit freundlichen Grüßen,
Sekretariat des Dialogs Artikel 17


Hintergrund der Einladung:

Im Mai 2022 hat sich auch der Humanistische Verband Österreich für diesen Dialog beworben, und wir erhalten seitdem Einladungen zu allen Veranstaltungen, Diskussionen und Dialogforen:

Hintergrund des Sekretariats:

In der heutigen vielfältigen Gesellschaft Europas spielen zahlreiche unterschiedliche Kirchen, Religionen und philosophische Organisationen eine bedeutende Rolle. Die Institutionen der Europäischen Union haben die Verantwortung, einen offenen Dialog mit diesen religiösen und nichtkonfessionellen Gruppen zu führen. Das Europäische Parlament engagiert sich aktiv in der EU-Politik und arbeitet dabei eng mit diesen Organisationen zusammen.

Hintergrund aus geschichtlicher Sicht:

Artikel 17 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) wurde durch den Vertrag von Lissabon eingeführt. Dieser Artikel schafft erstmals eine rechtliche Grundlage für einen offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog zwischen den Institutionen der Europäischen Union und verschiedenen Akteuren wie Kirchen, Religionsgemeinschaften, philosophischen Organisationen und nichtkonfessionellen Gruppen. Dieser Dialog soll die Zusammenarbeit zwischen diesen Gruppen und der EU fördern und sicherstellen, dass ihre Standpunkte und Belange in die EU-Politik einbezogen werden.

  1. Die Union respektiert den Status von Kirchen und religiösen Vereinigungen oder Gemeinschaften in den Mitgliedstaaten nach nationalem Recht und präjudiziert ihn nicht.
  2. Die Union respektiert gleichermaßen den Status philosophischer und nichtkonfessioneller Organisationen nach nationalem Recht.
  3. In Anerkennung ihrer Identität und ihres besonderen Beitrags pflegt die Union einen offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog mit diesen Kirchen und Organisationen.

Die ersten beiden Absätze des genannten Artikels betonen die Bedeutung der Anerkennung des speziellen Status von Kirchen, religiösen Gruppen und ähnlichen Organisationen gemäß nationalem Recht. Gleichzeitig verpflichtet der dritte Absatz die Institutionen der Europäischen Union dazu, diesen speziellen Status zu respektieren und einen offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog mit diesen Gruppen zu führen. Als konkrete Maßnahme hat das Europäische Parlament hochrangige Konferenzen zu aktuellen Themen organisiert, um diesen Dialog zu erleichtern und zu fördern.

Zur Umsetzung dieser Vertragsbestimmungen hat der Präsident des Europäischen Parlaments einen Vizepräsidenten ernannt, der für die Koordination und Führung dieses Dialogs verantwortlich ist. Aktuell obliegt diese Verantwortung Herrn Othmar Karas als Vizepräsident des Europäischen Parlaments.

Vergangene Veranstaltungen:


21 Juni 2022 – 14:00-15:00

“Religion & Society” Series Book Presentation: The Oxford Handbook of Religion and Europe by Grace Davie and Lucian N. Leustean


12 Juli 2022 – 13:00-16:00

Article 17 dialogue seminar on the humanitarian response to the war in Ukraine


1 Dezember 2022 – 12:30-13:30

Article 17 Dialogue Event Report Presentation: The Freedom of Thought 2022 Secularism in the Balance


24 Januar 2023 – 13:00-16:00

Article 17 dialogue seminar on liberal democracy


27 Juni 2023 – 13:00-15:30

Article 17 dialogue seminar on the 30th Anniversary of the EU Single Market – Past achievements and Future Developments


15 November 2023

Bridging the Gap: Artificial Intelligence and Fundamental Human Values

Diese Veranstaltung wird eine aktuell sehr interessante sein. Sollte jemand zufällig in Brüssel sein, ich kann die Einladung an uns weiterreichen.

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Dr. Andreas Gradert

Andreas Gradert studierte Theologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Psychologie an der University of Liverpool, Wirtschaftswissenschaften am MIT und Mediation am Wifi Salzburg und bei Lis Ripke.

Seit 2022 Präsident des Humanistischen Verbandes Österreich, früher im Präsidium Lebenshilfe Salzburg, nun im Präsidium Die Konfessionsfreien | Atheisten Österreich | giordano bruno stiftung Österreich, aktiv in der EU Fundamental Rights Agency | GWUP | Effektive Altruisten und verschiedenen Menschenrechtsorganisationen.

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5 Responses

  1. Sehr geehrter Herr Dr. Gradert,
    ich wundere mich, dass Ihr Verein noch nie jemanden von der Initiative Weltethos Österreich eingeladen hat, über das Projekt Weltethos zu sprechen.

  2. Hans Christian Cars sagt:

    Lieber Andreas!
    Über die Einladung von Herrn Karas an Dich/uns zu einem Dialog mit religiösen sowie nichtkonfessionellen Organisationen freue ich mich besonders.

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