Massive Veränderungen nach der Volkszählung

Ende November schrieb ich bereits einen Beitrag über die Ergebnisse der Volkszählung von 2021 in Großbritannien. Heute Morgen erreichte mich eine Mail meines Kollegen Andrew Copson, der seit 2010 Chief Executive der Humanists UK ist.

Hallo Andreas,

heute wurden neue Volkszählungsergebnisse veröffentlicht, die das Ausmaß des Wandels noch deutlicher machen. Mehr Menschen im Alter von 66 Jahren und jünger haben “keine Religion” angekreuzt als “christlich”. Diese Zahlen stehen im Gegensatz zur letzten Volkszählung, bei der in jeder Altersgruppe mehr Menschen “christlich” als “ohne Religion” angekreuzt haben. Eine massive Veränderung.

Ich bin stolz auf die Arbeit, die Humanists UK und Unterstützer geleistet haben, um nicht-religiöse Lebensansätze zu normalisieren und zu fördern.

Diese Ergebnisse zeigen deutlich, dass das Vereinigte Königreich einer nicht-religiösen Zukunft entgegensieht und dass öffentliche Einrichtungen, vor allem das Bildungssystem, bereits nicht mehr mit der heutigen Demografie Schritt halten können.

Die sich in dieser Woche abzeichnende Berichterstattung gibt uns einen Hoffnungsschimmer, dass sich das Blatt auch in Bezug auf die voreingenommene Medienrhetorik, die die Ergebnisse im November prägte, wenden könnte.

Wie ich im November sagte, bedeutet dieses Ergebnis nicht, dass wir uns auf unseren Lorbeeren ausruhen können. Das religiöse Establishment ist immer noch das mächtigste im Vereinigten Königreich. Bischöfe erhalten immer noch automatisch einen Platz im Oberhaus, der tägliche christliche Gottesdienst ist in staatlichen Schulen immer noch Pflicht, und Abgeordnete können ihre Sitze im Parlament immer noch durch die Teilnahme an den Morgengebeten reservieren.

Die Ergebnisse der Volkszählung stehen in krassem Gegensatz zu dem, wie unsere staatlichen Institutionen heute funktionieren. In keinem anderen europäischen Land sind Recht und Politik so religiös ausgerichtet wie bei uns, während gleichzeitig die Bevölkerung so wenig religiös ist.

Mit Unterstützung können wir diese neuen Volkszählungszahlen zu einem Weckruf machen, der dazu führt, dass die Rolle der Religion in der Gesellschaft neu überdacht wird.

©Andrew Copson

Herzlichen Glückwunsch, lieber Andrew, Dir und Deinen Mitstreitern, das sind gute Zahlen.

Die wahre Geschichte ist, wie wir alle wissen, und wie es uns durch die vielen Berichte meines Präsidiumskollegen Mag. Balázs Barány, den Berichten der Atheisten Österreich, des humanistischen pressedienstes, aber auch den Presseberichten und der deutschen fowid vor die Augen geführt wird, dass die Religion im Schwinden begriffen ist und damit auch ihr Anspruch auf institutionelle Macht und Privilegien.

Die Zahl der wirklich nichtreligiösen Menschen wächst rapide, und wir kämpfen jeden Tag dafür, dass sie im Bildungswesen, in der medizinischen Versorgung und in der Rechtsprechung stärker oder endlich vertreten sind, und um ein paar Beispiele zu nennen:

  • mit der Aktion Ethik für alle,
  • mit dem erfolgreichen Intervenieren von Dr. Gerhard Engelmayer und der ÖGHL in der Frage der Sterbehilfe,
  • mit der Neugründung der politischen Lobbyorganisation Konfessionsfrei,
  • mit der geplanten Aktivierung der giordano bruno-stiftung Austria,
  • mit großartigen Rednern in unseren Veranstaltungen,
  • mit der Lobbyarbeit zu diversen Ministerien,
  • mit der Lobbyarbeit in der lokalen Agenda 21,
  • und vielen anderen Plänen auf unserer todo-Liste.

Dies können wir nur mit der Unterstützung unserer Mitglieder erreichen.

Die Entwicklung in Österreich hat uns erneut bestätigt, dass unsere Arbeit wichtig ist, um sicherzustellen, dass die Zukunft gerecht gestaltet wird. Es gab noch nie eine aufregendere Zeit, um Mitglied beim Humanistischen Verband Österreich zu werden, und es gab noch nie eine wichtigere Zeit, beizutreten, und wir wollen wirklich sehen, wie unsere Mitgliederzahl wächst, um den tatsächlichen Wandel in der gesellschaftlichen Einstellung widerzuspiegeln. 

Daher meine Bitte: Treten Sie heute dem Humanistischen Verband Österreich bei,
oder unterstützen Sie uns mit einer Zeit- oder Geldspende!

Es gibt dazu verschiedene Modelle, schicken Sie mir einfach eine E-Mail, und ich antworte Ihnen.

Ich danke ihnen

Dr. Andreas Gradert
Präsident Humanistischer Verband

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Dr. Andreas Gradert

Andreas Gradert studierte Theologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Psychologie an der University of Liverpool, Wirtschaftswissenschaften am MIT und Mediation am Wifi Salzburg und bei Lis Ripke.

Seit 2022 Präsident des Humanistischen Verbandes Österreich, früher im Präsidium Lebenshilfe Salzburg, nun im Präsidium Die Konfessionsfreien | Atheisten Österreich | giordano bruno stiftung Österreich, aktiv in der EU Fundamental Rights Agency | GWUP | Effektive Altruisten und verschiedenen Menschenrechtsorganisationen.

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