Vereinte Nationen II

Artificial Commons bei den Vereinten Nationen in Genf

Artificial Commons ist ein Projekt, das künstliche Intelligenz als gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe und nicht ausschließlich als Eigentum weniger großer Technologiekonzerne versteht. Daten, Wissen, öffentlich finanzierte Forschung, offene Standards und ausgewählte KI-Modelle sollen unter klaren rechtlichen und ethischen Bedingungen auch dem Gemeinwohl dienen. Dabei geht es ausdrücklich nicht um einen unbeschränkten Zugriff auf persönliche Daten oder geschützte Inhalte, sondern um demokratisch kontrollierte und menschenrechtsorientierte Formen gemeinsamer digitaler Infrastruktur. Besonders kleinere Staaten und Länder des Globalen Südens sollen künstliche Intelligenz nicht nur nutzen, sondern ihre Entwicklung selbstbestimmt mitgestalten können. Artificial Commons verbindet damit technologische Innovation mit globaler Gerechtigkeit, internationaler Zusammenarbeit und dem Schutz menschlicher Selbstbestimmung.

Vereinte Nationen II

Ein halbstündiger Vortrag bei den Vereinten Nationen

Eine außergewöhnliche Gelegenheit, dieses Projekt international vorzustellen, bot der AIFOD Geneva Summit 2026 des AI for Developing Countries Forum. Mehr als 1.200 Teilnehmer:innen vor Ort und online beschäftigten sich mit der Frage, wie künstliche Intelligenz zur Entwicklung kleinerer und wirtschaftlich benachteiligter Staaten beitragen kann, ohne neue Abhängigkeiten und Ungleichheiten zu schaffen.

Im Rahmen dieses Kongresses konnte ich Artificial Commons in einem halbstündigen Vortrag bei den Vereinten Nationen in Genf präsentieren. Damit erhielt das Projekt eine internationale Bühne, die weit über eine gewöhnliche Konferenzteilnahme hinausging. Die verfügbare Zeit ermöglichte es, nicht nur die Projektidee zu skizzieren, sondern auch die dahinterstehenden gesellschaftlichen, politischen und menschenrechtlichen Fragen ausführlich zu erklären.

Der Vortrag machte deutlich, dass die globale Diskussion über künstliche Intelligenz nicht allein von technischen Möglichkeiten bestimmt werden darf. Ebenso wichtig ist, wer Zugang zu den entstehenden Technologien erhält, wer ihre Regeln festlegt und welche Staaten bei der Entwicklung eigener Lösungen unterstützt werden. Gerade für Länder, die nicht über die finanziellen Mittel und technischen Infrastrukturen großer Industrienationen verfügen, entscheidet sich hier ein wesentlicher Teil ihrer künftigen politischen und wirtschaftlichen Selbstständigkeit.

Der richtige Ort und das richtige Publikum

Der AIFOD Geneva Summit war für die Präsentation von Artificial Commons besonders geeignet, weil dort genau jene Fragen diskutiert wurden, auf die das Projekt eine Antwort entwickeln will: KI-Governance, digitale Infrastruktur, Datensouveränität und die technologische Zukunft kleinerer Staaten.

Die Verbindung von Präsenzveranstaltung und digitaler Teilnahme eröffnete eine außergewöhnliche Reichweite. Entscheidungsträger:innen, Wissenschaftler:innen, Entwickler:innen sowie Vertreter:innen internationaler Organisationen und der Zivilgesellschaft aus unterschiedlichen Regionen konnten gleichzeitig erreicht werden. Artificial Commons wurde damit nicht nur in einem nationalen oder europäischen Kreis diskutiert, sondern unmittelbar einem internationalen Fachpublikum vorgestellt.

Für den Humanistischen Verband Österreich war dies zugleich eine Gelegenheit zu zeigen, dass sich Humanismus auch mit jenen Technologien befassen muss, die künftig über Bildungschancen, gesellschaftliche Teilhabe, wirtschaftliche Entwicklung und politische Macht entscheiden. Der Vortrag brachte eine menschenrechtsorientierte Perspektive in eine Debatte ein, die häufig von technischen und wirtschaftlichen Interessen dominiert wird.

Eine Chance für die weitere Entwicklung

Der Geneva Summit war nicht nur eine Gelegenheit zur öffentlichen Präsentation, sondern auch zum direkten Austausch mit Menschen und Organisationen, die an ähnlichen Fragestellungen arbeiten. Von besonderer Bedeutung war die anschließende persönliche Einladung, über eine weitere Zusammenarbeit mit AIFOD zu sprechen. Sie zeigt, dass der Auftritt nicht folgenlos blieb und Artificial Commons als relevanter und anschlussfähiger Beitrag wahrgenommen wurde.

Die in Genf entstandene Sichtbarkeit kann nun genutzt werden, um weitere Organisationen, Hochschulen, Fachleute und staatliche Institutionen einzubeziehen. Der angekündigte weitere Arbeitsprozess von AIFOD sowie der Winter Summit in Nairobi im Februar 2027 bieten dafür konkrete Anknüpfungspunkte.

Der Auftritt beim AIFOD Geneva Summit war daher weit mehr als eine internationale Konferenzteilnahme. Ein vom Humanistischen Verband Österreich entwickeltes Projekt fand bei den Vereinten Nationen in Genf Gehör und konnte mehr als 1.200 Menschen vor Ort und online vorgestellt werden. Nun gilt es, aus dieser internationalen Sichtbarkeit nachhaltige Zusammenarbeit entstehen zu lassen.