Evolutionswege

Die Evolutionswege

Die Evolutionswege machen die Geschichte des Lebens nicht nur sichtbar, sondern im wahrsten Sinne des Wortes begehbar. Auf einer Strecke von rund einem Kilometer führen 20 Informationstafeln – eine Einführungstafel und 19 Evolutionsstationen – durch mehr als vier Milliarden Jahre Erd- und Lebensgeschichte.

Von den ersten Spuren des Lebens vor rund 4,1 Milliarden Jahren bis zur Gegenwart sind es genau 1.000 Meter. Jeder Meter entspricht damit etwa 4,1 Millionen Jahren, jeder Millimeter rund 4.100 Jahren. Wird auch die Entstehung der Erde vor etwa 4,6 Milliarden Jahren einbezogen, beginnt die Zeitreise bereits rund 1.122 Meter vor der Gegenwart.

Die Stationen markieren entscheidende Entwicklungen: von den ersten Lebensspuren über Cyanobakterien, Photosynthese und Zellen mit Zellkern bis zu Wirbeltieren, Landpflanzen, Sauriern, Säugetieren und schließlich dem modernen Menschen. Dabei erzählen sie keine geradlinige Aufstiegsgeschichte mit dem Menschen als vermeintlicher „Krone der Schöpfung“. Sie zeigen ausgewählte Äste eines gewaltigen, vielfach verzweigten Evolutionsbaumes.

Gerade die räumlichen Abstände machen die Dimension der Zeit erfahrbar: Während zwischen den frühen Stationen Hunderte Meter liegen, drängen sich die Ereignisse zum Ende des Weges immer dichter zusammen. Der moderne Mensch erscheint erst auf den letzten fünf Zentimetern. Unsere gesamte schriftlich überlieferte Geschichte nimmt in diesem Maßstab kaum mehr als einen Millimeter ein.

So vermitteln die Evolutionswege eine ebenso wissenschaftliche wie sinnliche Erkenntnis: Wir stehen nicht außerhalb der Natur und nicht an ihrem Ziel. Wir sind ein sehr junger Teil einer Entwicklung, die lange vor uns begann und auch mit uns nicht endet. Evolutionsweg.

Die 19 Stationen: