Menschenrechtskonferenz 2026
Gesellschaft · Menschenrechte · Menschenwürde
Würde. Macht. Hoffnung.

Einleitung
Am 15. Mai 2026 brachte die Menschenrechtskonferenz 2026 “Würde.Macht.Hoffnung” österreichweit Vertreter:innen aus gemeinnützigen Organisationen, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Kunst sowie einzelne Menschenrechtsverteidiger:innen zusammen. Ziel war es, über aktuelle Herausforderungen für die Menschenrechtsbewegung zu diskutieren und gemeinsame Strategien zur Stärkung demokratischer Resilienz und der Menschenwürde zu entwickeln.
Die Konferenz wurde von der Menschenrechtsallianz organisiert, einer österreichweiten Plattform, die von engagierten Einzelpersonen und Organisationen ins Leben gerufen wurde, um die Zusammenarbeit innerhalb des Menschenrechtssektors zu stärken und menschenrechtliche Anliegen stärker in die Gesellschaft zu tragen. Die Allianz vereint Akteur:innen aus nahezu allen Bundesländern und verbindet Menschenrechtsorganisationen, zivilgesellschaftliche Initiativen sowie akademische Einrichtungen. Zu den beteiligten Kooperationspartner:innen zählen unter anderem der Hravatski Akademski Klub – Kroatischer Akademischer Klub im Burgenland, die Diakonie de La Tour in Kärnten, SOS Menschenrechte in Oberösterreich, die Plattform Menschenrechte Salzburg, Solidarisch Feministisch Jus SOFI Innsbruck für
Tirol, die Vorarlberger Plattform Menschenrechte sowie die Liga für Menschenrechte in Wien.
Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Leitfrage: Wie gewinnen wir die Herzen der Menschen für ein würdevolles Leben aller?
Ausgehend davon diskutierten die Teilnehmenden, wie Menschenrechte in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung, autoritärer Tendenzen und wachsender Skepsis gegenüber demokratischen Institutionen wirksam vermittelt und verteidigt werden können. Wiederholt wurde betont, dass Menschenrechte nicht allein als rechtliches oder politisches Projekt verstanden werden dürfen. Vielmehr seien sie auf gesellschaftliche Akzeptanz, öffentliche Narrative und eine demokratische Kultur angewiesen, die auf Würde, Gleichberechtigung und Solidarität basiert.
Ein wiederkehrender Gedanke der Diskussionen war, dass die Menschenrechtsbewegung nicht in erster Linie um Macht oder Einfluss ringt, sondern darum, Menschen für die grundlegenden Werte der Menschenrechte zu gewinnen. Die Teilnehmenden hoben hervor, dass die Verteidigung von Menschenrechten heute ebenso sehr eine kommunikative und gesellschaftliche Aufgabe ist wie eine rechtliche oder politische.
Ziele und Hintergrund der Menschenrechts Allianz
Die Konferenz knüpfte an die Entwicklung der Menschenrechts Allianz seit ihrer Gründung an. Erste Ideen für eine dauerhafte Vernetzungsplattform wurden bereits 2023 bei einem Resonanztreffen diskutiert. Auf der Gründungskonferenz 2024 wurde dieses Vorhaben in größerem Rahmen vorgestellt und weiterentwickelt. Der Wunsch nach einer Fortsetzung und Vertiefung des Austauschs führte schließlich zur Organisation der Konferenz 2026.
Ausgangspunkt für die Gründung der Allianz war die Erfahrung vieler Akteur:innen, dass erfolgreiche Zusammenarbeit häufig von kurzfristig aufgebauten Kooperationen abhängt, die mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden sind. Die Allianz möchte deshalb langfristige Strukturen schaffen, die den Austausch erleichtern, Ressourcen bündeln und gemeinsames Handeln ermöglichen.
Ziel der Menschenrechts Allianz ist es, den österreichischen Menschenrechtssektor stärker zu vernetzen und dadurch widerstandsfähiger gegenüber aktuellen und zukünftigen Herausforderungen zu machen. Durch regelmäßigen Austausch, gemeinsame Aktivitäten, Weiterbildungsangebote und bereichsübergreifende Zusammenarbeit soll ein nachhaltiger Mehrwert für die menschenrechtliche Zivilgesellschaft geschaffen werden.
Dabei versteht sich die Allianz ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu bestehenden Netzwerken. Vielmehr soll sie bestehende Initiativen ergänzen und durch ihre österreichweite sowie themenübergreifende Ausrichtung zusätzliche Verbindungen schaffen.
Die Formel für den Wandel
Das inhaltliche Fundament der Konferenz bildete die sogenannte „Formel für den Wandel“, ein Ansatz aus der Organisationsentwicklung, der Veränderungsprozesse als
Zusammenspiel mehrerer Faktoren versteht:
Treiber × Vision × Ressourcen × Erste Schritte = Energie für den Wandel
Anhand dieser Formel beschäftigten sich die Teilnehmenden mit vier zentralen Fragen:
- Warum ist Veränderung notwendig?
- Welche Gesellschaft wollen wir gestalten?
- Welche Ressourcen stehen bereits zur Verfügung?
- Welche konkreten Schritte können sofort gesetzt werden?
Diese Fragestellungen strukturierten sowohl die Plenarsitzungen als auch die Workshops und dienten als gemeinsamer Bezugsrahmen für die Diskussionen des Tages.
Zu Beginn der Konferenz reflektierten die Teilnehmenden in einer interaktiven Übung über die Bedeutung von Menschenwürde und tauschten persönliche Perspektiven auf die Grundlagen menschenrechtlichen Handelns aus. Dadurch wurden die folgenden Diskussionen bewusst in den Erfahrungen und Überzeugungen der Teilnehmenden
verankert.
Methodischer Ansatz
Die Konferenz setzte bewusst auf partizipative und interaktive Methoden. Neben fachlichen Inputs standen Austausch, gemeinsames Lernen und Reflexion im Mittelpunkt. Durch Gesprächsformate, Zuhörübungen, Gruppenaktivitäten und gemeinsame Reflexionsphasen wurden die Teilnehmenden dazu eingeladen, sich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich einzubringen.
Dieser Ansatz sollte das gegenseitige Verständnis fördern und gleichzeitig verdeutlichen, dass gesellschaftlicher Wandel nicht allein durch politische Forderungen entsteht, sondern auch durch Beziehungen, Vertrauen und gemeinsames Handeln.
Programm und Themenschwerpunkte
Die Konferenz gliederte sich in drei Teile. Der Vormittag stand im Zeichen gemeinsamer Reflexionen über die aktuelle Situation der Menschenrechte und die
Frage, wie gesellschaftlicher Wandel angestoßen werden kann. Aufbauend auf der „Formel für den Wandel“ diskutierten die Teilnehmenden die Dringlichkeit
menschenrechtlichen Engagements, entwickelten Zukunftsvisionen und identifizierten
vorhandene Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten.
Am Nachmittag fanden neun parallele Workshops statt, die verschiedene „Bausteine des Wandels“ in den Mittelpunkt stellten. Die Themen reichten von Menschenwürde und sozialer Gerechtigkeit über Storytelling, Kommunikation und Migration bis hin zu Intersektionalität, Resilienz, Kunst als Motor gesellschaftlicher Veränderung sowie strategischen Ansätzen zur Durchsetzung von Menschenrechten.
Im abschließenden Plenum wurden die wichtigsten Erkenntnisse aus den Workshops vorgestellt. Darüber hinaus bot eine offene Vernetzungsrunde Raum für die Präsentation von Initiativen, Projekten und aktuellen Aktivitäten aus dem Menschenrechtsbereich.
Den Abschluss bildete die Vorstellung der weiteren Aktivitäten der Menschenrechtsallianz. Dabei wurden Möglichkeiten zur Mitarbeit, neue Vernetzungsangebote sowie geplante Veranstaltungen und Kooperationsformate präsentiert.